Eindrucksvolles Chorkonzert

(WAZ, 04.04.2000) von bea

Junges Bach-Ensemble meistert Requiem von Duruflé

"Eindrucksvoll" sagte eine Zuhöhrerin und gratulierte den Sängerinnen und Sängern des Kettwiger Bach-Ensembles nach gelungener Vorstellung.

Und sie war nicht die einzige, die sich von der Darbietung des jungen Chores in der St. Antonius-Kirche am Sonntag begeistet zeigte. Eigentlich hätten sie noch mehr Applaus verdient, aber das hätte die Aussage des letzten Werkes gemindert. Denn das "Requiem op. 9" von Maurice Duruflé endete in sich ruhend und ergriff die Zuhöhrer zutiefst.

Die Wirkung des wohl bedeutensten werkes Duruflés lässt sich auch auf die hervorragende Umsetzung durch den Kettwiger Chor zurückführen. Dieser zeichnet sich durch junge, klare Stimmen aus und hat mit Wolfgang Kläsener einen ausgezeichneten Dirigenten.

Die Ausdrucksbögen des Ensembles reichten vom behutsam begleitenden Summen, über fast geflüstertes Piano bis hin zum frohlockenden Fortissimo. Die Solisten (Verena Stallmeister, Mezzosopran und Gregor Finke, Bariton) fielen auf durch ihre angenehmen und kräftigen Stimmen.

Auf der einen Seiter Musik der Stille, des Verinnerlichten - Passionszeit eben. Dann aber auch Härten, laute Akzente, explosives Aufbegehren, eindringliches Bitten und Flehen. Vor allem bei "O Domine" von Thomas Jennefelt, einer Komposition aus dem Jahre 1983. Positiv zu nennen ist auch die Einbringung eines Orgelstückes in das ansonsten chorische Programm. Ralf Stiewe verstand es, César Francks bewegtes, melodiös-verspieltes "Prélude, Fugue et Variation op. 18" lobenswert zu interpretieren.


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