Noch am selben Abend nahm der Pianist Ratko Delorko Kontakt zu dem Hornisten Prof. Hermann Baumann auf: Den Leuten muss geholfen werden. Die Idee zu einem Benefizkonzert war geboren. Nach nur vierwöchiger Vorbereitung fand es am Samstag statt - in der voll besetzten Schinkelkirche.
Pastor Gerd Steinbeger fand die richtigen Worte. Ohne großen Gestus rief er den schrecklichen Unfall in Erinnerung, dankte den vielen Sponsoren, die das Konzert erst möglich gemacht hatten. Dass alle Einnahmen unmittelbar dem Kindergarten zugute kommen - Verdienst des Organisators Ratko Delorko -, wurde vom Publikum beklatscht. Die Künstler verzichten auf ihre Gage, 5000 Mark bleiben nach Abzug der Technik-Kosten übrig.
Mit dem ersten Stück des Abends zitierte Organist Wolfgang Kläsener quasi die Mutter aller Toccatas, Bachs d-moll. Kaum ein Zuhörer, der nicht den berühmten ersten Lauf kannte, den kurzen retardierenden Moment und die rasenden prestissimo-Passagen. Mit beeindruckender Präzision ging der Virtuose auf kleinste Tempoänderungen ein, verschaffte dem Werk trotz seiner Komplexität eine kristallene Transparenz. Allein der gewisse Mangel an Schwere und Nachhall raubte dem Werk seinen Monumentalismus - eher ein Problem der Kirchenakustik.
Im Anschluss war es die Mezzo-Sopranistin Nanette Cofflet, die die Zuhörer verzauberte. Ein festliches belcanto, scheinbar mühelose Tonsprünge und ein sinnliches Timbre machten aus dem Gassenhauer des Barock, dem Ave Maria, ein würdiges Ereignis. Kläseners Orgelbegleitung schaffte das Kunststück, weder erdrückend noch zu leise zu sein - in Anbetracht der Unterschiede beider Instrumente eine Leistung.
Einen typischen Vertreter der Klassik hatte man ebenfalls ins Programm genommen: das Adagio aus Joseph Haydns zweitem Konzert D-Dur. Vor souveräner Begleitung konnte Hermann Baumann sein Horn strahlen lassen. Fein modulierte Töne schufen eine getragene Atmosphäre. Die stete Wiederholung des Grundthemas sorgte für gute Nachvollziehbarkeit.
Im Anschluss war es die Mezzo-Sopranistin Nanette Cofflet, die die Zuhörer verzauberte. Ein festliches belcanto, scheinbar mühelose Tonsprünge und ein sinnliches Timbre machten aus dem Gassenhauer des Barock, dem Ave Maria, ein würdiges Ereignis. Kläseners Orgelbegleitung schaffte das Kunststück, weder erdrückend noch zu leise zu sein - in Anbetracht der Unterschiede beider Instrumente eine Leistung.
Musische Unterhaltung fürs Herz präsentierte Ratko Delorko dann zusammen mit seinem Sohn (5). An zwei Flügeln spielten Papa Delorko und der Filius Stücke aus der Klavierschule. Moderner ging es weiter, als Professor Christoph Spendel in die Tasten griff. Mit bluesigen Skalen entlockte er dem Flügel dynamischen Jazz der Spitzenklasse. Lauschte man nur den rhythmisch raffinierten Klängen, wähnte man sich eher in einer New Yorker Jazz-Bar als in einer katholischen Kirche. Ein Duett der beiden Pianisten Delorko und Spendel ließ den barock begonnenen Abend schließlich modern und abenteuerlich zu Ende gehen.