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Leiser Auftakt -triumphales Ende Querschnitt durch das Lebenswerk Bachs KETTWIG. Unzählige Konzerte und Oratorien komponierte Johann Sebastian Bach in über 60 Schaffensjahren. Ein Querschnitt wurde Samstag in St. Peter präsentiert. Das Ensemble ,,il Dolcimelo" begleitete Bach-Ensemble und Solisten auf historischen Instrumenten. Einzig eine Flötenstimme begann die erste Sonate. Unaufdringlich und mit rundem Ton spielte sie das Thema vor, fügte sich dann in den Rahmen, den Cembalo und Violoncello vorgaben. Die zweite Altflöte stimmte mit ausschweifender Melodie ein. Das sprunghafte Presto der Sonate, dessen Tempo allen Akteuren hohe Präzision abverlangt, erlaubte den Altflöten, ihren einmaligen Klang auszuschöpfen. Während das Violoncello mit flirrenden Läufen einen kraftvollen Hintergrund bot, erhielt der aufstrebende Klang der Leitstimmen eine leidenschaftliche Betonung. Die Kantate "Ich suche mit Verlangen", die mit prunkvollem Grundmotiv stark an Händels Stil erinnert, setzte die Klais-Orgel von St. Peter in den Vordergrund. Obgleich nur ein vergleichsweise kleines Orchester auf der Empore Platz fand, meinte man volle Trompeten-Fanfaren zu hören: Ergebnis der Varianz der "Königin der Instrumente" - und der Spielkunst Wolfgang Kläseners. Allerdings vermochte Baß-Solist Gregor Pinke, der mit fordernder Stimme nach seiner Braut verlangte, nicht oft die tieferen Regionen zu verlassen. Sowohl der strenge rezitative Charakter des christlichen Stückes, als auch eine leichte stimmliche Inflexibilität machten die Kantate trotz grandioser Eröffnung zum schwächsten Stück des Abends. Stilistischer und technischer Höhepunkt das legendäre vierte Brandenburgische Konzert, zugleich Zenit in Bachs konzertistischen Schaffen. Hier bewiesen sich die Musiker als wahre Könner, spielten die Eröffnung mit dem nötigen Elan und loteten die ungewöhnliche Tiefe des Werkes aus. Keine Sekunde lang blieb die Musik beliebig oder vorhersehbar, stets sorgten die Streicher mit Gespür für Dramatik und Rhythmus für das nötige Pathos. Der sehr weiche Flöten-Part stand mit sanften Klängen gegen den energischen Ton der Violinen, und um diesen Gegensatz formierte sich das gesamte Orchester. Mit einem Wirbelwind akkurater Klänge erscholl das Ensemble und versprühte klanglichen Reichtum, so daß das Presto bis zum letzten Ton ein Erlebnis blieb. |