Linnepad
Der Leinpfad war ursprünglich ein gepflasterter Pfad längs der Ruhr, auf dem die Pferdeknechte mit kräftigen Ackergäulen die Kohlenaaken an "Leinen" flußaufwärts zu den Kohlenpütten von Heisingen, Steele, Dahlhausen "treckten". Je nach Stärke der Strömung spannte man zwei, höchstens drei Pferde vor den Kahn. War der am Bestimmungsort angekommen, nahmen die Knechte mit ihren Tieren von Steele aus den näheren Weg über Essen und weiter den Postreitweg nach Mülheim, wo die meisten Reeder der Ruhraaken beheimatet waren. Die Pferdeknechte waren übrigens gefürchtete Kerle. Das Futter für die Pferde "besorgten" sie sich meist von den am Wege liegenden Bauernhöfen. Die Bauern wagten selten aufzumucken. In "Notzeiten", wenn die Ruhr zugefroren war und der Schiffsverkehr zum Erliegen kam, zogen die Pferdetreiber, aber auch mancher Aakesbaas, bettelnd über Land. Gaben ihnen die Bauern nichts, nahmen sie es sich mit Gewalt. Schinken und "Winterspeck" waren besonders beliebt.